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| Zwischen Antiziganismus und Aufbruch - Roma in der EU am Beispiel Ungarn |
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n-ost-Recherchereise für zehn deutschsprachige Medienschaffende (Print/Radio) nach Ungarn 21. bis 24. Oktober 2010 Die jüngste Ausweisung hunderter Roma aus Frankreich nach Rumänien und Bulgarien hat die Frage nach dem Umgang der EU mit ihrer größten Minderheit erneut aufgeworfen. Angesichts des europaweiten Antiziganismus setzt die EU bislang darauf, Roma in ihren Partizipationsmöglichkeiten zu stärken. Zahlreiche lokale Initiativen und überregionale Projekte werden im Zuge dieser Anstrengungen durch die EU gefördert. Außerdem unterzeichneten zwölf EU-Länder im Jahr 2005 die „Decade of Roma Inclusion, 2005-2015“ („Roma-Dekade“), die von der Weltbank und der EU gefördert wird. Darin verpflichteten sie sich, ihre Bemühungen zur Beseitigung der Diskriminierung der Roma zu verstärken. Die Bilanz zur Halbzeit der Dekade fällt teilweise ernüchternd aus: In Ungarn, das mit den Parlamentswahlen im Mai 2010 einen Rechtsruck erlebt hat, sind Roma der Diskriminierung und Gewalt besonders ausgesetzt. Im vergangenen Jahr gab es landesweit eine Serie von Morden an Roma. Berichte über die grausamen Brandanschläge in der Ortschaft Tatárszentgyörgy gingen durch die internationale Presse. Wenn Ungarn 2011 die EU-Ratspräsidenschaft übernimmt, bleibt die Frage, welche Folgen dies für die weitere Roma-Politik der EU haben wird. Ziel der n-ost Recherchereise ist es, den teilnehmenden Radio- und Print-Journalisten durch Vor-Ort-Begegnungen und Expertengespräche einen profunden Einblick in die Situation der Roma und die ungarische Gesellschaft zu ermöglichen. Folgende Fragen soll die Reise beantworten helfen: - Wie sieht die Lebenswirklichkeit der Roma in Ungarn aus und wie gehen sie mit der Diskriminierung um, der sie ausgesetzt sind? - Welche historischen Gründe und gesellschaftlichen Mechanismen stehen hinter der Diskriminierung? - Was hat 16% der ungarischen Wähler dazu bewegt, für die rechtsextreme Partei Jobbik mit ihrer Anti-Roma-Rhetorik zu votieren? - Wie kann die EU Hilfe leisten? Welche Programme zur Unterstützung der Roma gibt es und wie wirksam sind sie vor Ort? - Wo zeigen sich Erfolge und Misserfolge einer gemeinsamen Integrationspolitik der EU? - Welche Impulse wird Ungarn, das im ersten Halbjahr 2011 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, für die europaweite Integration der Roma setzen? Geplant sind sowohl Interviews mit führenden einheimischen Politikern unterschiedlicher Parteien als auch mit wichtigen Repräsentanten der EU. Besuche bei internationalen Roma-Organisationen und lokalen Roma-Projekten und -initiativen stehen ebenso auf dem Programm wie Treffen und Rundtisch-Gespräche mit Vertretern aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Medien. Neben Recherchen in der Hauptstadt Budapest sind Fahrten in die Europäische Kultur-hauptstadt 2010 Pécs, in die Region Ormánság und in einzelne Roma-Dörfer vorgesehen. Kosten Die Teilnahmegebühr beträgt 330 Euro für freie Medienschaffende und Volontäre und 440 Euro für Kolleginnen und Kollegen, die als Pauschalisten oder Redakteure im direkten Auftrag eines Mediums reisen. n-ost-Mitglieder zahlen 300 Euro. In der Teilnahmegebühr enthalten sind: • Flug Berlin/TXL – Budapest – Berlin/TXL mit Malév Abflug TXL: Do, 21.10., 09.40 Uhr Ankunft TXL: So, 24.10., 20.10 Uhr • Unterkunft (Einzel- oder Doppelzimmer im Mittelklasse-Hotel, mit Frühstück) • sämtliche Transporte und Übersetzungen • das gesamte Programm in Ungarn • Verpflegung und Getränke • Die Reisekosten zum/vom Flughafen Berlin TXL müssen die Teilnehmenden selbst tragen. Teilnehmer aus Österreich und der Schweiz können sich wegen der An- und Abreise an die Organisatoren wenden. Bewerbung Bewerben können sich deutschsprachige Journalistinnen und Journalisten aus den Berei-chen Print und Radio. Ein Basiswissen über die Situation in Ungarn sowie ausreichende Englisch-Kenntnisse werden vorausgesetzt. Einzureichen sind: • Schriftliches Motivationsschreiben, indem Sie die Gründe für Ihr Interesse an der Reise darlegen (max. eine DIN-A4-Seite), inklusive Angabe des Mediums/der Medien, in dem/denen Sie im Anschluss Beiträge veröffentlicht wollen • tabellarischer Lebenslauf • zwei Arbeitsproben (bei Radio genügt eine kurze Beschreibung der entsprechenden Beiträge, inklusive Sendedatum und -ort) Sämtliche Unterlagen sind als pdf zu senden an Bewerbungsschluss: Dienstag, 7. September 2010 Für Rückfragen und weitere Informationen: n-ost, Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung e.V. Csilla Mezösi, Tamina Kutscher Neuenburger Straße 17, 10969 Berlin Tel. +49-(0)30-25 93 283 0; Fax: +49-(0)30-25 93 283 24 Die n-ost-Recherchereise wird gefördert durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und durch Renovabis – Solidaritätsaktion der katholischen Kirche mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. ![]() |




