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20 Jahre politische Wende in Ost- und Ostmitteleuropa: Was hat sich seit dem Zerfall der kommunistischen Regimes in Osteuropa verändert? Wie weit sind Demokratie und Zivilgesellschaft in den einzelnen Ländern entwickelt? Wie entfernt sind die Gesellschaften heute von den Zielen, für die die Menschen damals auf die Straße gingen?
- TEXTE / RADIOBEITRÄGE:
ALBANIEN: DIE VERORDNETE WENDE Fatos Lubonja wird der Vaclav Havel Albaniens genannt. Als Schriftsteller, Journalist, Publizist und Dissident hat er sich einen Namen als Querdenker in der politischen Landschaft Südosteuropas gemacht. Ein Interview mit Albaniens führendem Intellektuellen, der die Wende im albanischen Gulag erlebt hat. Eine Wende, die für ihn mehr denn je ein Mythos ist, der nichts mit einem Neuanfang zu tun hat. (von Gerda Dalipaj und Eckehard Pistrick) lesen
TSCHECHIEN / DEUTSCHLAND: REVOLUTION ALS BÜHNENSTÜCK Die Nachbarstädte Cheb in Tschechien und Plauen in Deutschland (Sachsen) werden vor 20 Jahren unabhängig voneinander zu Trägern des friedlichen Umbruchs. In beiden Städten spielt das Theater eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Bürgerbewegung. Die Revolution gerät so zum Bühnenstück, das die alten Machthaber zum Abgang zwingt. (von Beate Franck) lesen
TSCHECHIEN / DEUTSCHLAND: DER UMWEG ÜBER PRAG Vor 20 Jahren verkündet Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der westdeutschen Botschaft in Prag die Ausreisegenehmigung für Tausende DDR-Flüchtlinge. Auch der damals zwölfjährige Matthias ist dabei. 20 Jahre später erzählt der heutige SPD-Lokalpolitiker seine Geschichte. (von Nicholas Brautlecht) lesen
POLEN / TSCHECHIEN / DEUTSCHLAND: DIE ROLLE DER KIRCHEN 20 Jahre 1989 – in diesem Zusammenhang wird in diesen Tagen vielfach an die maßgebliche Rolle der Kirche in der DDR als Hort oppositioneller Strömungen und Motor des politischen Umsturzes erinnert. Wie sah es in anderen Ostblock-Staaten aus? Welche Rolle hat die Kirche hier gespielt? In dem Feature wird zum einen die Situation in zwei konkreten Ländern – Polen, und Tschechien - beleuchtet, zum anderen ein vergleichender Blick auf die Situation der Kirche im Hinblick auf die Wende von 1989 geworfen. Sendetermin: 20. September 1989, 9:05 Uhr, BR2
POLEN: INTERVIEW MIT TADEUSZ MAZOWIECKI Am 12. September 1989 ist in Polen die erste nichtkommunistische Regierung entstanden. Es war das erste demokratische Kabinett im Ostblock. Als deren Chef wurde Tadeusz Mazowiecki ernannt, als Gegengewicht zum Präsidenten Wojciech Jaruzelski, der Vertreter der alten Macht. „Euer Präsident, unser Ministerpräsident“, hieß es in der Bevölkerung. Für Mazowiecki begann am 12. September der dritte Akt der Demokratisierung Polens – nach dem Runden Tisch im Frühjahr und den ersten freien Wahlen im Juni. (von Agnieszka Hreczuk) lesen
UNGARN: DAS TOR ZUR FREIHEIT Am 19. August 1989 organisieren ungarische Oppositionelle an der ungarisch-österreichischen Grenze ein Picknick und ermöglichen damit die größte Massenflucht von DDR-Bürgern seit dem Mauerbau. 20 Jahre danach sprechen die stillen Helden jenes Augusttages über die dramatischen Ereignisse: Die Berichte des damaligen Befehlshabers der ungarischen Grenzwächter und des Initiators des „Paneuropäischen Picknicks“ zeigen, wie wichtig das Grenzpicknick als Tor zur Deutschen Einheit war. (von Nicholas Brautlecht) lesen
LETTLAND: MENSCHEN SCHREIBEN SINGEND GESCHICHTE 650 Kilometer lang war die Menschenkette, mit der vor 20 Jahren Letten, Esten und Litauer für ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion demonstrierten. Eine von ihnen war die Lettin Sandra Kalniete, die damals nicht realisierte, dass sie Geschichte schrieb. Heute fürchtet sie, dass der Einfluss Moskaus auf ihr Land wieder wachsen könnte. (von Birgit Johannsmeier) lesen
RUSSLAND: GITARREN STATT PANZER Das Vorbild war Woodstock: Am 12. und 13. August 1989 versammelten sich in der russischen Hauptstadt Hunderttausende Hardrock-Fans, um beim „Moscow Music Peace Festival” das Ende des Kalten Krieges herbeizufeiern. Das Moskauer Festival inspirierte „Scorpions”-Sänger Klaus Meine zu dem Jahrhunderthit „Wind of Change”. Der Song wurde zur Hymne der friedlichen Revolutionen. 20 Jahre später spricht Meine noch immer voller Emotionen über das Festival und sein legendäres Lied, aber auch über ein „rockhistorisches Treffen” mit Michail Gorbatschow. (von Ulrich Krökel) lesen
UNGARN: DER ÜBERSCHÄTZTE AUFTRITT Vor 20 Jahren durchtrennten die Außenminister Ungarns und Österreichs vor versammelter Presse den Grenzzaun zwischen ihren Ländern. Die Bilder der beiden Politiker mit den schweren Zangen gingen um die Welt, das Ereignis gilt als einer der wichtigsten Momente der Wende in Ungarn. Doch die Bedeutung des Junitages ist umstritten. (von Nicholas Brautlecht) lesen
POLEN: SOLIDARNOSC KEHRT 1989 DEN RÜCKEN 2009 steht in Polen ganz im Zeichen der damaligen demokratischen Revolution: Mit Politikern aus ganz Europa soll der Jahrestag gefeiert werden. Ursprünglich war Danzig, „die Wiege der Freiheit und Solidarnosc-Bewegung“ dafür vorgesehen. Damit wollte Polen seine entscheidende Rolle bei den Ereignissen von 1989 betonen. Doch ausgerechnet „Solidarnosc“ plant eine Protestdemonstration für den Erhalt der polnischen Werften, bei der „Blut fließen könnte“. Deshalb will die polnische Regierung die Feierlichkeiten nach Krakau verlegen. (von Agnieszka Hreczuk) lesen
POLEN: RUNDER TISCH VON 1989 IN DER KRITIK Es ist der Gründungsmythos der Dritten Republik Polen: der Runde Tisch, der am 6. Februar 1989 zum ersten Mal zusammentraf. In mehrwöchigen Verhandlungen rang die Opposition dem kommunistischen Regime bahnbrechende Kompromisse ab. Zum ersten Mal knickte eine Staatspartei im Ostblock vor der Opposition ein. Heute ist der Runde Tisch umstrittener denn je: Viele Polen kritisieren ihn als Verrat an der Nation und faulen Kompromiss mit den Kommunisten. (von Jan und Katarzyna Opielka) lesen
PORTRÄTREIHE: ZWEI GENERATIONEN TWENS Zwei Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist in Osteuropa eine junge Generation von Menschen herangewachsen, die den Kommunismus nicht mehr erlebt hat. Die Freiheiten, die die heutigen Twens genießen, erwuchsen aus dem epochalen Systemwechsel von 1989. Damals waren ihre Eltern um die 20 und begannen, Neuland zu entdecken. Was verbindet diese beiden Generationen, was trennt sie? mehr
- KOOPERATIONEN:
BUCHPROJEKT "20 JAHRE NACH DER WENDE" Im Rekurs auf die friedlichen Revolutionen des Jahres 1989 in Ostmitteleuropa liegt die Chance, ein gesamteuropäisches Geschichtsbild zu formen. Deshalb ist es nicht nur von Bedeutung, in diesem Jubiläumsjahr Debatten anzustoßen und zu führen, sondern sie länderübergreifend zu dokumentieren und zu vergleichen. n-ost wird in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur die Debatten dokumentieren. Dazu werden acht n-ost-Korrespondenten in ihren Ländern verfolgen, was disktuiert wird. Die Ergebnisse werden in Newslettern und einem Buch publiziert.
FORUM "WIR MÜSSEN ALLES WISSEN" „Wir müssen alles wissen“, wies Stasi-Chef Erich Mielke seine Mitarbeiter beim Staatssicherheitsdienst der DDR einst an. Gilt das auch für die Aufarbeitung eines der schwierigsten Kapitel in der Geschichte des östlichen Europas: für die flächendeckende Bespitzelung des Volkes durch straff organisierte Geheimdienste? Muss die Öffentlichkeit tatsächlich alles wissen? Diese Fragen sind auch 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs höchst umstritten. Auf einem Forum der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und n-ost am 23. Juni 2009 wurden sie diskutiert. mehr
ARTIKELREIHE VON n-ost UND RENOVABIS 20 Jahre politische Wende in Mittel- und Osteuropa – wie hat sich der Kontinent durch den Fall des Eisernen Vorhangs seit 1989 verändert? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Artikelreihe, die das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung n-ost und das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis im Jahr 2009 veröffentlichen. Teil 1 - Zwei Generationen Twens Teil 2 - 1989. 20 Jahre danach
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