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Eine Artikelreihe von n-ost und Renovabis berichtet in acht Reportagen von Versöhnungsprozessen in Mittel- und Osteuropa


BERLIN/FREISING. Zum dritten Mal setzen das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung n-ost und das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis mit einer gemeinsamen Artikelreihe ein Signal für ein differenzierteres Osteuropabild. Von Juli bis September 2010 illustrieren n-ost-Korrespondenten in acht Beiträgen das Renovabis-Jahresmotto „Alle sollen eins sein: Miteinander Handeln im Osten Europas“. In ihren Reportagen, Interviews und Features berichten sie aus ganz unterschiedlich gelagerten Konflikt- und Spannungsfeldern der Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa. Erstmals werden die Artikel auch im Rahmen einer Medienpartnerschaft mit der Passauer Neuen Presse veröffentlicht.

Die Reihe startet am 7. Juli 2010 mit einem Artikel aus Ungarn, wo es vor dem Hintergrund von anhaltender Diskriminierung und Gewalt gegen die große Roma-Minderheit des Landes auch Einzelne gibt, die sich wehren: In dem Dorf Tatárszentgyörgy, wo es 2009 zu Morden und Brandstiftungen gekommen war, scheiterte kürzlich eine Initiative für ein Mahnmal am Widerstand der Bürgermeisterin. Nun bemühen sich Freiwillige, die mutwillig abgebrannten Romahäuser wieder aufzubauen.

„Konflikte, ethnische oder religiöse Spannungen, aber auch soziale Missstände stellen viele Länder Mittel- und Osteuropas vor große Herausforderungen. Unsere Artikelreihe macht diese Konflikte anhand von Beispielen greifbar und zeigt, wo Kommunikation und Verständigung über ethnische, religiöse und soziale Grenzen hinweg gelingt – oft wider alle Erwartung“, teilen n-ost in Berlin und Renovabis in Freising mit.

„Die Schattenseite – Vorurteile, Hass, Verletzungen – wird durch diesen Ansatz nicht ausgeblendet, sondern sie ist die immer durchscheinende Folie, vor der sich solche Erfolgsgeschichten abspielen und ohne die diese nicht zu verstehen sind“, so die beiden Organisationen weiter.

Für die Artikelreihe recherchieren n-ost-Korrespondenten in acht Ländern Mittel- und Osteuropas, von Ungarn über den Balkan bis Russland. Geplant ist etwa die Geschichte einer jungen Tschetschenin, die als ehemalige Terroristin nur wenig Vergebung durch den russischen Staat, aber viel Unterstützung durch einzelne Menschen erfährt. Eine weitere Reportage beschreibt – 15 Jahre nach dem Dayton-Abkommen – den schwierigen Weg der Versöhnung von Kroaten, Serben und muslimischen Bosniaken in Banja Luka, wo Flüchtlinge oder Vertriebene ein Drittel der Bevölkerung ausmachen.

„Das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis ist wegen seines sozialen und partnerschaftlichen Engagements im östlichen Europa ein passender und glaubwürdiger Partner von n-ost. Die Kooperation ermöglicht uns Recherchen in einem Umfang und einer Tiefe, die sonst nicht möglich sind“, betont n-ost-Geschäftsführer Hanno Gundert.

„Renovabis möchte das Anliegen der Solidarität mit den Menschen im Osten Europas deutlich machen. Dafür ist der genaue Blick auf die Gesellschaften nötig, den uns n-ost bietet. Natürlich werden dabei auch Konflikte sichtbar. Es ist aber ermutigend, hier einmal etwas über Versuche der Verständigung und Wege zur Versöhnung lesen zu können“, sagt Burkhard Haneke, Geschäftsführer bei Renovabis.

Die acht Beiträge der Artikelreihe werden im bayerischen Raum im Rahmen einer Medienpartnerschaft mit der Passauer Neuen Presse veröffentlicht und über den n-ost-Artikeldienst vertrieben. Außerdem werden die Texte unter www.n-ost.de/versoehnung und unter www.renovabis.de zugänglich gemacht.


n-ost, das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung führt Medieninitiativen, Journalistinnen und Journalisten aus über 20 Ländern zusammen. Was sie verbindet, ist ein europäischer Blick und das Interesse, die Berichterstattung insbesondere aus und über Osteuropa zu verbessern und zu stärken. Dabei setzen sich n-ost-Mitglieder für die Medienfreiheit und gegen wirtschaftliche, gesellschaftliche oder politische Begrenzungen journalistischer Arbeit ein. Das Netzwerk organisiert Fortbildungen, Fachkonferenzen, Recherchereisen und internationale Medienprojekte. Mit einem Artikel- und Radiodienst beliefert n-ost u.a. Hörfunkanstalten und Zeitungen, Stiftungen, Unternehmen, Bibliotheken und Einzelpersonen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ansprechpartner: Hanno Gundert
Telefon: 030/259 32 83-18, Fax: 030/259 32 83-24
E-Mail:
Mehr unter www.n-ost.de


Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Das katholische Hilfswerk wurde im März 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gegründet und hat seinen Sitz in Freising bei München. Renovabis unterstützt seine Partner bei der kirchlich-pastoralen, sozial-caritativen und zivilgesellschaftlichen Erneuerung im ehemaligen kommunistischen Machtbereich im östlichen Teil Europas. In den 17 Jahren seines Bestehens half Renovabis in 29 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas bei der Verwirklichung von bislang mehr als 17.000 Projekten mit einem Gesamtvolumen von fast 500 Millionen Euro.

Ansprechpartner: Burkhard Haneke
Telefon 08161/5309-17, Fax: 08161/5309-44
E-Mail:
Mehr unter www.renovabis.de